Operculum Band 3: »Die Stadt der Diebe«

 

Cover VorschauFaschingsferien. Endlich! Lilly hat ihre Eltern überreden können, nach Venedig zu fahren, und Tom darf mit. Schließlich haben Tom und Lilly nur eines im Sinn: Sie müssen mit Hilfe des Operculums ihr Buch wiederfinden – was sich mit Lillys Kindermädchen im Schlepptau als gar nicht so einfach erweist.
Doch warum verhält sich Luise plötzlich so seltsam? Und wo ist der Unbekannte, der durch Toms und Lillys Schuld in die andere Zeit gestolpert ist? Als sie dann auch noch Diebesgut entdecken und einen Sarg entführen, nimmt mal wieder ein Abenteuer ­seinen Lauf.

196 Seiten, Paperback, ISBN: 978-3-7448-0130-0 – im Buchhandel erhältlich für 8,90 €
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Leseprobe aus Band 3: Operculum – Die Stadt der Diebe

Lilly runzelte die Stirn und dachte nach. »Stimmt! Ich schlage vor, wir schleichen uns außen herum und schauen nach, ob es dort irgendwo ein Fenster gibt.«
Dieser Vorschlag gefiel Tom schon besser und er willigte ein. Leise schlichen die beiden um das Gebäude herum und entdeckten wirklich ein kleines quadratisches Fenster mit einem Bogen an der Oberseite.
»Es ist zu hoch«, flüsterte Lilly. »Ich komme nicht hin.«
»Warte«, schlug Tom vor. »Ich bin größer, vielleicht kann ich was erkennen.«
»Spinnst du? Ich bin größer.« Aufrecht baute sie sich vor Tom auf und legte die flache Hand auf ihren Kopf. Dann wanderte ihre Hand zu Tom hinüber, wobei sich ihr Arm leicht nach oben bewegte. »Siehst du«, sagte sie. » Ich bin bestimmt zwei Zentimeter größer.«
»Du hast ja nicht richtig gemessen«, protestierte Tom beleidigt. Ihn ärgerte, dass Lilly immer mutiger, schlauer und älter war und nun auch noch größer sein wollte. Was ja auch stimmte. Sie war wirklich meistens mutiger und manchmal auch schlauer als er. Nur mit der Größe, das wollte er sich jetzt nicht nehmen lassen. »OK Lilly, ich würde vorschlagen, wir machen eine Räuberleiter«, lenkte er ein. »Aber ich denke trotzdem, dass ich etwas größer bin als du.«
Lilly schnaufte übertrieben laut aus und stieg auf Toms gefaltete Hände. Sie hielt sich an seiner Schulter fest, bis sie schließlich den Fenstersims erreichte und sich daran festkrallte. »Ich sehe was«, flüsterte sie.
»Was denn?«, flüsterte Tom zurück.
»Den Alten und … oh nein, diesen kleinen schwarzen Mann sehe ich auch. Sie stehen beide vor dem Sarg und unterhalten sich.«
»Sie unterhalten sich?« Tom sah verdutzt nach oben. »Aber ich denke, der kommt aus der anderen Zeit. Dann kann ihn der kleine schwarze Mann mit dem Sarg doch gar nicht sehen! Oder kommt dieser andere Mann auch aus der anderen Zeit? Aber dann hätte er den Sarg ja mitgebracht, oder wie?« Doch Tom schüttelte entschieden den Kopf und beantwortete seine Frage gleich selbst. »Nein, kann nicht sein. Der Fährmann, der uns hergebracht hat, hat ihm geholfen. Der hätte ihn ja dann auch nicht sehen können.«
Lilly starrte unterdessen wie gebannt durch das Fenster und hörte Toms Überlegungen gar nicht zu. Plötzlich rief sie aus: »Oh nein, was machen sie denn jetzt?«
Erschrocken blickte Tom nach oben. »Was denn? Lilly, mach schon, du wirst langsam schwer.«
»Die öffnen den Sarg. Ist ja gruselig. Hoffentlich holen die nicht die Leiche raus.«